Self Service extrem: Sarg zum Selberbauen

 

Conroy: „Fuck ! 1 2 1 9 8 7 6 0 … Fuck!!!“

Eine Stimme meldet sich am anderen Ende der Leitung.

Callcenteragent 1: „Bitte beruhigen Sie sich.  Wie ist ihr Name? Können Sie mir ihren Aufenthaltsort sagen?“

Conroy: „Ich bin in einem Sarg!“

Callcenteragent 1: „Wenn Sie in einem Sarg sind, wie können Sie mich dann anrufen?  Sind Sie in einem Beerdigungsinstitut?“

Conroy: „Ich rufe Sie mit einem Handy an.“

Callcenteragent 1:  „In dem Sarg, in den Sie geklettert sind, war ein Handy???“

Conroy: „Ja, nein, Ja…“

Callcenteragent 1: „Wie sind Sie in den Sarg geraten?“

Conroy: „Ach vergessen Sie´s…“ 

Conroy legt entnervt auf und probiert eine andere Nummer.

Conroy (verzweifelt): „Nimm ab, Nimm ab, Nimm ab!“

 Callcenteragent 2 nimmt ab.

Conroy (keucht): „Ich bin in einer Kiste begraben. Verbinden Sie mich bitte mit dem FBI.“

Callcenteragent 2: „Ich habe Nummern des FBI in Boston, Chicago, New York, Philadelphia, New Hav…“

Conroy: „Scheissegal welche Stadt – Nimm Chicago verdammt!!!“

Callcenteragent 2: „Für eine zusätzliche Gebühr von 25 Cent werden Sie direkt verbunden.“

 Conroy:  „Fuuck!!!“

Callcenteragent 2: „Es gibt keinen Grund unhöflich zu sein. Wie lautet ihre Sozialversicherungsnummer ?“

Conroy: „Is doch scheissegal! Ich liege irgendwo mitten in der Wüste in einem verdammten Sarg und Sie fragen mich nach meiner Sozialversicherungsnummer???“

Conroy versucht es wieder mit einer anderen Nummer und ruft direkt bei seinem Arbeitgeber CRT an:

Callcenteragent 3: „Gut ich verbinde Sie – (Warteschleifenmusik) – „Bei CRT steht der Kunde an erster Stelle – wir bieten Ihnen effiziente und nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen, die sich in der stetig wachsenden globalen Wirtschaft stellen..“

Conroy: „Ich bekomme keine Luft hier drin – Fuck, Fuck, Fuck!!!“

 

In einem Sarg kann es ungemütlich sein, besonders dann, wenn man noch am Leben ist – so wie der amerikanische Lastwagenfahrer Paul Conroy (Ryan Reynolds):

Im Klaustrophobie Thriller „Buried“ wird er entführt und mitten in der Wüste des Irak lebendig begraben.
Als einzige Verbindung nach draußen hat Conroy nur noch ein Handy in der Tasche und gerät in die grauenvolle Welt der Hotlines, Mailboxes und Callcenter.
Von dort ist aber keine Hilfe zu erwarten. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott und Servicewüste im wahrsten Sinne des Wortes…

 

Trend zum Self Service

Fazit:
alles muss man selber machen und der Trend zum Self Service erfasst mittlerweile auch sonderbare Bereiche. Beim Getränkeautomaten im Supermarkt bringen wir brav unser Leergut zurück. An der Packstation holen wir unsere Pakete ab und sogar beim Bestattungsinstitut sollen wir uns  inzwischen selbst anmelden 😉

 Self Service beim Bestattungsinstitut

 

Särge zum Selberbauen

Doch das ist bei weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn der findige Frankfurter Möbel-Designer Heribert Schwab hat eine Marktlücke entdeckt und produziert Do it yourself Särge also Särge zum Selberbauen!

Viele Kundinnen und Kunden können oder wollen sich eine kostspielige Beerdigung nicht mehr leisten. Das Bestattungsunternehmen Leo Kuckelkorn z.B. wirbt  via google ads mit dem Slogan „pietätvoll und günstig“ für seine Dienste. Eine komplette Erdbestattung ohne Trauerfeier  bei Kuckelkorn kostet aber immer noch 1.699 €.  Für manche Hinterbliebenen ein hübsches Sümmchen. 

Da sind die 199 € für den Selberbauer ein Schnäppchen. Besonders praktisch die Multifunktionalität des guten Stücks. Zu Lebzeiten ist der Sarg auch als Schrank nutzbar!

Auch für den Self Service Bereich gilt also: es gibt nichts was es nicht gibt.


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